Keep rollin - Dermaroller und andere Microneedlingverfahren

Veröffentlicht am 1. August 2021 um 20:31

In unserer Beautyanalyse beschäftigen wir uns mit dem Verfahren und der Wirksamkeit des "Needling". Dies ist ein nicht operatives Verfahren, dessen Anwendung bei der Behandlung von ästhetischen Hautproblemen helfen kann. Hierbei wird ein mit kleinen Nadeln bestückter Dermaroller oder ein elektrischer Dermapen über die Problemzonen der Haut geführt.


 

Keep rollin' - Dermaroller und andere Microneedlingverfahren

In unserer Beautyanalyse beschäftigen wir uns mit dem Verfahren und der Wirksamkeit des "Needling". Dies ist ein nicht operatives Verfahren, dessen Anwendung bei der Behandlung von ästhetischen Hautproblemen helfen kann. Hierbei wird ein mit kleinen Nadeln bestückter Dermaroller oder ein elektrischer Dermapen über die Problemzonen der Haut geführt.

 

Eine Rolle, ausgestattet mit hunderten feinen Nädelchen, wird über das Gesicht gerollt. Was nach Folter klingt, hat in Wahrheit das Ziel, Nanofältchen verschwinden zu lassen und das Hautbild zu verjüngen bzw. zu revitalisieren. Ein Trend, der sich besonders in Amerika etabliert hat und auch in Deutschland lassen sich in den letzten Jahren immer mehr Frauen und Männer "nadeln." Von dieser Behandlung erhoffen wir uns folgendes Ergebnis: Die Microinjektionen sollen die Regenerationsfähigkeit der Haut anregen, die sich dadurch quasi selbst heilt und optisch „verjüngt“.

Grundsätzlich kann man sagen, dass eine Microneedling-Anwendung feinste Verletzungen auslöst, die die Haut als Wunden registriert. In den verschiedenen Hautschichten werden dann unterschiedliche Botenstoffe und Wachstumsfaktoren ausgeschüttet, um die Wundheilung anzuregen. Dieser Vorgang regt auch die Produktion von Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure an – eine Mixtur für eine straffe, elastische Haut.

 

In der Anwendung gibt es viele Unterschiede, denn Needling ist nicht gleich Needling. Wie effektiv diese Selbstverjüngung ist, hängt nicht zuletzt davon ab, wie tief die Nadeln in die Haut eindringen und diese penetrieren. Beim rein kosmetischen Microneedling dringen die Nadeln in den meisten Fällen 0,1 bis 0,3 Millimeter tief ein, reizen also „nur“ die oberste Hautschicht, die Epidermis. Diese Behandlung kann zwar auch die Kollagenproduktion anregen, aber in einem geringerem Maße. In der dermatologischen Fachliteratur bestreitet mancher Experte diesen Effekt für das oberflächliche, kosmetische Needling sogar ganz. Wobei wir in unserer Privatpraxis für ästhetische Medizin bei einer kontinuierlichen Anwendung, auch bei einer geringeren Tiefe, Erfolge sehen können.

Eine Glättung von feinen Knitterfältchen oder Nanofältchen gehört zu den ersten Erfolgen dieses Treatments. Das „Needling“ kann entweder mit der Nadelwalze erfolgen, dem so genannten Dermaroller, oder mit einem Derma-Pen, einer Art vibrierendem Stift, an dessen Spitze feine Nädelchen sitzen. Quantensprünge dürfen die Patienten nicht direkt erwarten beim Microneedling mit geringer Tiefe. Trotzdem wirkt das Hautbild insgesamt frischer und rosiger und auch erste, feine Knitterfältchen können verschwunden sein. Interessant wird das Microneedling, wenn man die Produktion von neuen „Hautzellen“ und die Kollagenproduktion anregt. Ab circa einer Tiefe von 0,5 Millimeter erreichen die Nadeln auch die Dermis, die so genannte Lederhaut. In dieser Tiefenregion lassen sich Lachfältchen oder Stirnfalten deutlich reduzieren. Gegen tief eingegrabene Nasolabialfalten, tiefe Falten in der Glabellaregion(Zornesfalten), oder gar erschlafftes, hängendes Gewebe ist aber auch tiefergehendes Needling weitgehend wirkungslos.

Beim medizinischen Microneedling dringen die feinen Nadeln sogar teilweise ein bis drei Millimeter tief in die Haut ein. Hierbei konnten dermatologische Fachkollegen tatsächlich eine nennenswerte Kollagenproduktion messen. In „geringem“ Umfang entstehen somit auch neue Hautzellen. Dadurch lassen sich etwa Aknenarben oder Dehnungsstreifen abmildern. Sollen Verbrennungsnarben auf diese Weise behandelt werden, übernimmt unter Umständen sogar die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung.

Für unsere Patienten gilt in erster Linie: Wer Effekte sehen will, muss Geduld mitbringen, denn Kollagenaufbau und Hauterneuerung brauchen Zeit. Für eine Faltenreduktion empfehlen wir mindestens sechs bis acht Anwendungen. Mit einer Wirkphase von drei bis sechs Monaten können dann merkliche Erfolge beobachtet werden.

Das Schmerzempfinden unserer Patienten ist sehr individuell – was manche nur als unangenehmes „Ziehen“ empfinden, tut anderen Patienten richtig weh. Vor unseren Needling-Einheiten behandeln wir die zu therapierenden Areale mit einer betäubenden Creme.

Ähnlich, wie nach einer Therapie mit Botulinumtoxin oder Hyaluronsäure sind wir auch beim Needling auf die „Mitarbeit“ der Patienten angewiesen. Direkt nach der Anwendung ist guter UV-Schutz unverzichtbar. Wird dieser Ratschlag nicht eingehalten, können Pigmentflecken und Dermalschäden die Folge sein. Egal mit welcher Tiefe ein Hautareal „bearbeitet“ werden soll, gilt außerdem, dass eine Behandlung nur bei gesunder, geschlossener Haut angewendet werden darf. Wer unter Wunden, Ekzemen, Schuppenflechte, Entzündungen, aktiver Akne oder Herpesbläschen leidet, muss leider auf ein Microneedling verzichten.  Leiden unsere Patienten unter sehr trockener Haut, Neurodermitis, stark empfindlicher Haut, die zu Rötungen durch Rosazea oder Couperose neigt, muss man dies genau im Vorgespräch analysieren.

Eine eingehende Hautanalyse vor dem Microneedling ist daher in unserer Privatpraxis für ästhetische Medizin Pflicht.

 

 

Ciao DB

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Kommentare

Katja
Vor 3 Jahr

Sehr schöner Artikel und sehr schöner Blog und Website.