Granulome - unerwünschte "Knoten", "Knubbel" oder "Wülste" nach einer Unterspritzung

Veröffentlicht am 5. November 2020 um 22:56

 -„Ich hab immer noch Knötchen ein Jahr nach meiner Lippenunterspritzung. Können Sie mir bitte helfen?“-

Patientin F


 

Granulome – unerwünschte „Knoten“, „Knubbel“ oder „Wülste“ nach einer Unterspritzung

 -„Ich hab immer noch Knötchen ein Jahr nach meiner Lippenunterspritzung. Können Sie mir bitte helfen?“-

Patientin F

 

Diese Frage wird uns immer wieder gestellt, wenn Patienten eine Korrektur nach einem Fremdeingriff erfragen.

Generell muss man erstmal festhalten, was diese Knötchen sind und warum sie entstehen. Diese Knötchen sind eine unerwünschte Nebenwirkung nach einer Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure. Genannt werden diese Knötchen oder Verkapselungen dann Granulome. Granulome sind keine seltene körperliche Reaktion und bilden sich nicht nur in Zusammenhang mit Unterspritzungen von Hyaluronsäure, sondern bei allen möglichen allergischen oder infektiösen Prozessen im Körper.

Ein Granulom ist also nicht anderes, als eine natürliche Schutzreaktion des Körpers auf eine „körperfremde“ Substanz. Erkennt der Körper die eingespritzte Hyaluronsäure nicht als körperähnlich und abbaubar an, wehrt er sich gegen sie. Um zu verhindern, dass sich die eingebrachte Hyaluronsäure weiter im Körper verteilen kann, bildet er neues Gewebe bzw. eine Verkapselung, mit dem er die eingespritzte Hyaluronsäure ummantelt und isoliert.

So entsteht mit der Zeit ein fühlbarer und möglicherweise auch sichtbarer „Knubbel“ oder „Knoten“ unter der Haut. Es handelt sich hierbei um ein Fremdkörpergranulom oder auch teilweise in diesem Bezug – Fillergranulom genannt.

Direkt nach einer Fillerbehandlung sind „Knoten“, „Knubbel“ und „Wülste“ häufig noch sichtbar. Nach vierundzwanzig Stunden sollten solche Knubbel nur noch tastbar, aber nicht mehr sichtbar sein. Bis die Schwellung nach durchschnittlich 14 Tagen zurückgegangen ist, sollten auch etwaige Fremdkörpergranulome abgeschwächt bzw. verschwunden sein.

Besteht ein Granulom auch nach diesem Zeitraum weiterhin, muss man in der weiteren Behandlung unterscheiden. Kleine Granulome können sich von alleine über einen längeren Zeitraum wieder auflösen, wenn sich die Hyaluronsäure nach und nach im Körper abbaut. Wir sprechen hier von einer Zeitangabe von circa einem halben bis zu einem Jahr. Hat sich das Gewebe jedoch erst einmal verkapselt, können die Granulome auch zum unangenehmen Dauerzustand werden.

Je nach Größe der Knötchen und wie sehr der Patient darunter leidet, besteht die Möglichkeit, die Granulome zu entfernen. Dies kann mit Hilfe von Hyaluronidase (Hylase®) geschehen, einem Enzym, welches eingespritzte Hyaluronsäure auflöst und bestehende Strukturen verflüssigt. Hylase® wird in winzigen Mengen in das verkapselte Gewebe gespritzt. Die auf diese Weise zum Abbau angeregte Hyaluronsäure wird dann im Anschluss über die Lymphbahnen auf natürlichem Wege aus dem Gewebe transportiert.

In wenigen und sehr seltenen Fällen muss ein minimalinvasiver Eingriff erfolgen, um das Fremdkörpergranulom entfernen zu können. Dieses Verfahren wird lediglich bei einem stark störendem Befundangewendet, da nach der Entfernung etwaige Narben oder Dellen im Gewebe auftreten können.

Hier stellt sich für die meisten Patienten natürlich die Frage, ob und wie sich solche Granulome vermeiden lassen. Fremdkörpergranulome nach einer Hyaluronsäurebehandlung lassen sich nicht gänzlich vermeiden. Das Risiko eines späteren unansehnlichen Resultats lässt sich aber stark eingrenzen. Vieles hängt von der Fachkenntnis und der Routine des behandelnden Arztes ab.

Unsere Unterspritzungsexperten verfügen über sehr gute anatomische Kenntnisse und eine risikoarme und von uns modifizierte Technik. Bei jeder Unterspritzung muss immer und präzise sichergestellt sein, in welcher Hautschicht befindet sich die Kanüle und welche Menge Filler kann hier verabreicht werden. Zu oberflächlich injizierte Hyaluronsäure führt zu ebenso unschönen Ergebnissen wie zu vielinjizierte Hyaluronsäure. Auch sollte das Füllmaterial nicht zu „schnell“ injiziert werden. Wer eine Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure in Betracht zieht, sollte weniger nach finanziellen Erwägungen entscheiden, sondern eine kompetente und vertrauensvolle Praxis auswählen, um Komplikationen so weit wie möglich zu vermeiden.

Wir legen viel Wert darauf, dass unsere Patientin in unseren Beratungs- und Aufklärungsgesprächen immer auch über die seltenen, aber möglichen Gefahren einer Unterspritzung aufgeklärt werden.

 

Ciao DB


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